Dynamic Vision Test | Wie arbeitet visuelle Funktion?

Messen wir wirklich alles, was Sehen ausmacht?

Die klassische Sehschärfenmessung ist eine zentrale Grundlage der Augenheilkunde. Der Dynamic Vision Test fragt zusätzlich, wie visuelle Funktion unter Zeitdruck, bei geringem Kontrast, in visueller Unruhe und nach einem Lichtreiz arbeitet.

Die Frage weiterdenken Direkt zum passenden Einstieg

Dr. Felipe Siso Cardenas in seiner augenärztlichen Praxis

Sehen ist kein Standbild.

Im wirklichen Leben muss unser visuelles System ständig erkennen, auswählen, unterscheiden und reagieren. Oft innerhalb von Millisekunden.

Wenn sich unsere Möglichkeiten, Sehen zu diagnostizieren, zu korrigieren und zu behandeln, so weit entwickelt haben: Darf sich dann nicht auch die Art weiterentwickeln, wie wir visuelle Funktion messen?

Dynamic Vision stellt die etablierte Augenheilkunde nicht infrage. Der Test ergänzt die wichtige Frage, wie viel ein Mensch sieht, um einen differenzierteren Blick darauf, wie visuelle Funktion unter wechselnden Anforderungen arbeitet.

Zwei Einstiege. Eine gemeinsame Frage.

Wählen Sie den Blickwinkel, der zu Ihnen passt. Die wissenschaftliche Grundlage bleibt dieselbe.

Für Patient:innen und Interessierte

Wie funktioniert mein Sehen? Was wird getestet, wie läuft eine Untersuchung ab und welche Bereiche zeigt ein persönliches Sehprofil getrennt?

Testablauf verstehen

Für Ärzte und Forschung

Sechs Dimensionen, drei Sehbedingungen, ein standardisierter Ablauf und eine wachsende Grundlage für wissenschaftliche Vergleiche und Kooperationen.

Methodik und Forschung

Der Test, erklärt vom Entwickler.

Dr. Felipe Siso Cardenas erklärt, warum visuelle Funktion mehr umfasst als Sehschärfe und wie daraus der Dynamic Vision Test entstanden ist.

Video · 3:50 Minuten · mit eingeblendeten Untertiteln

Visuelle Anforderungen erleben, bevor wir sie erklären.

Der eigens entwickelte CIGI-Optotyp ist das Sehzeichen der Untersuchung und klar vom Dynamic-Vision-Logo getrennt. Je nach Aufgabe wird er gedreht und in Größe, Darbietungsdauer, Kontrast oder Farbe verändert.

  1. Differenzierte Sehschärfe

    Das Sehzeichen wird schrittweise kleiner, bis seine Richtung nicht mehr sicher erkannt wird.

  2. Kurze Darbietungsdauer

    Ein Zeichen erscheint nur für einen sehr kurzen Moment; die Darstellungszeit wird verändert.

  3. Kontrastdifferenzierung

    Der Unterschied zwischen Sehzeichen und Hintergrund nimmt schrittweise ab.

  4. Visuelle Suche

    Ein relevantes Zeichen muss zwischen einer wachsenden Zahl ähnlicher Zeichen gefunden werden.

  5. Farbbasierte Auswahl

    Aus gleichartigen Zeichen in unterschiedlichen Farben wird die vorgegebene Information gewählt.

  6. Erkennung nach Lichtreiz

    Unter ärztlicher Aufsicht wird erfasst, wann eine Sehaufgabe nach einem definierten Lichtreiz wieder korrekt gelöst wird.

Vom visuellen Reiz zum differenzierten Profil Konzeptionelles Diagramm eines visuellen Reizes, seiner Verarbeitung, der Antwort und der getrennten Profilausgabe. REIZ AUSWAHL ANTWORT RECHTS LINKS + BEIDE
Konzeptionelle Darstellung des Ablaufs, keine reale Messkurve oder Auswertung.

Ein klar geführter Ablauf in der Einrichtung.

Die Software führt verständlich durch die Untersuchung. Der Arzt kontrolliert den Ablauf und löst im letzten Bereich den definierten Lichtreiz aus.

  1. Distanz messen. Das System ermittelt den Abstand zum Monitor.
  2. Aufgabe erklären. Jeder Abschnitt wird am Bildschirm eingeführt.
  3. Antwort erfassen. Ein Hebel wird in vier Richtungen bewegt und gedrückt.
  4. Drei Durchgänge testen. Rechts, links und beidäugig werden getrennt erfasst.
  5. Lichtreiz kontrollieren. Der letzte Testteil erfolgt unter ärztlicher Aufsicht.
  6. Profil ausgeben. Das System erstellt einen strukturierten Ergebnisbericht.

Nicht ein Wert. Ein differenziertes Sehprofil.

Der Test hält die untersuchten Aufgaben getrennt und dokumentiert einen Ausgangspunkt für spätere Messungen.

  • Rechtes und linkes Auge vergleichen
  • Monokulare und binokulare Ergebnisse unterscheiden
  • Sechs Funktionen unabhängig betrachten
  • Veränderungen über Wiederholungsmessungen prüfen
RechtsLinksBeidäugig
  • Schärfe
  • Zeit
  • Kontrast
  • Suche
  • Farbe
  • Lichtreiz
Strukturdarstellung ohne reale oder beispielhafte Messwerte.

Aus standardisierten Tests kann gemeinsames Wissen entstehen.

Dynamic Vision befindet sich in einer frühen wissenschaftlichen Entwicklungsphase. Belastbare Referenzbereiche benötigen viele vergleichbare Untersuchungen in unterschiedlichen Regionen und Gruppen.

  1. Standardisiert messen

    Visuelle Funktionen werden nach einem einheitlichen, softwaregeführten Ablauf erfasst.

  2. Vergleichbar gruppieren

    Definierte Ergebnisparameter und Gruppierungsmerkmale schaffen die Grundlage für fachliche Vergleiche.

  3. Reproduzierbarkeit prüfen

    Wiederholungsmessungen sollen wissenschaftlich zeigen, wie stabil einzelne Aufgaben erfasst werden können.

  4. Referenzbereiche entwickeln

    Mit wachsender Datenbasis können vorläufige Referenzen untersucht und später wissenschaftlich publiziert werden.

Kooperation statt fertiger Behauptungen.

Gesucht werden medizinische und wissenschaftliche Partner, die Methodik, Datengrundlage und mögliche Publikationen fachlich mitentwickeln.

Wissenschaftliche Kooperation anfragen

Wissenschaftlich klar eingeordnet.

Der aktuelle Entwicklungsstand wird transparent beschrieben. Aus Forschungsvorhaben werden keine fertigen medizinischen Aussagen gemacht.

Ergänzt die Untersuchung

Der Test ersetzt keine vollständige augenärztliche Untersuchung und stellt nicht automatisch eine Diagnose.

Noch keine allgemeinen Normwerte

Vorhandene Vergleiche sind vorläufige Referenzdaten, keine international validierten medizinischen Normen.

Keine Erfolgsprognose

Ein Ergebnis sagt weder sportlichen oder beruflichen Erfolg voraus noch belegt es eine Trainingswirkung.

MedizinSportForschungTechnik
Die Entwicklung verbindet klinische Erfahrung, funktionelles Sehen, Forschung und technische Umsetzung.

Entwickelt aus Medizin, Sport und genauer Beobachtung.

Dr. Felipe Siso Cardenas ist Augenarzt, Sportophthalmologe und Entwickler des Dynamic Vision Tests. Seit Jahrzehnten beschäftigt ihn die Frage, wie sich Sehleistung näher an den tatsächlichen Anforderungen des Lebens erfassen lässt.

Nach dem Medizinstudium an der Universidad Central de Venezuela absolvierte er von 1996 bis 2000 seine Facharztausbildung an der Universitäts-Augenklinik Graz.

Von 2014 bis 2023 war er als international zertifizierter Klassifizierer für Athleten mit Sehbehinderung tätig. Zudem lehrte er an der Universidad Complutense de Madrid zu visuellen Fähigkeiten von Sportlern mit und ohne Behinderung.

Aus dieser Verbindung entstand gemeinsam mit einem technischen Entwicklungsteam in Graz das Konzept eines standardisierten Tests für mehrere dynamische Sehfunktionen.

Den nächsten Schritt gemeinsam prüfen.

Sie möchten das Testsystem kennenlernen, einen Einsatz in Ihrer Einrichtung besprechen oder wissenschaftlich kooperieren?